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PLAGIATSFORMEN


Plagiate können in vielen verschiedenen Formen und Ausprägungen auftreten. Alle haben aber eines gemeinsam: Bei den unterschiedlichen Plagiatsformen werden Ideen, Hypothesen, schriftliche Ausarbeitungen, Daten oder auch Forschungsergebnisse anderer Autor:innen ohne Quellenangabe in den eigenen Text übernommen. Nachfolgend finden Sie eine alphabetische Übersicht über die verschiedenen Formen von Plagiaten.

Hinweis: Diese folgende Kategorisierung ist aufgrund der vielfältigen Plagiatsbezeichnungen nicht vollständig. Häufig werden Begriffe synonym verwendet oder es gibt geringfügige Abweichungen in der inhaltlichen Auslegung, sodass die Übergänge zwischen den einzelnen Formen manchmal fließend sind. Des Weiteren handelt es sich bei den Ausprägungen auch nicht zwingend um Texte, sondern sie umfassen jegliche Art von Quellen (Abbildungen, Musiknoten, Programmcodes, Vorträge etc.).

Auch wenn es keine einheitlichen Definitionen gibt, haben alle Plagiatsformen gemeinsam, dass es sich um gravierendes wissenschaftliches Fehlverhalten handelt.

Bauernopfer

Bei dem Bauernopfer gibt es zwar einen Hinweis auf die Originalquelle, allerdings wird nicht kenntlich gemacht, in welchem Umfang und an welcher Stelle tatsächlich zitiert wird. Häufig wird eine Quelle an einer weniger relevanten Textstelle zitiert, an einer anderen Textstelle wird dann aber paraphrasiert oder direkt wiedergegeben, ohne dies anzugeben (Hagenström, 2022, S. 102; Lahusen, 2006, S. 405).

Belegplagiat

Bei einem Belegplagiat (auch: Zitationsplagiat, kopiertes Zitat, Referenzplagiat) wird ein Zitat aus einer Sekundärquelle als Zitat aus einer Primärquelle ausgegeben. In diesem Fall hat die Verfasser:in die Primärquelle also gar nicht gelesen, sondern nur ein Zitat von dieser in einer Sekundärquelle gefunden. Es wird somit vorgetäuscht, dass die Primärquelle selbst recherchiert und gelesen wurde. Die Überprüfung von Quellen ist beim wissenschaftlichen Arbeiten aber ein wichtiges Kriterium, da dadurch die Übernahme von Falschinformationen ausgeschlossen werden kann (Hagenström, 2022, S. 106). Sofern die Möglichkeit, die Primärquelle einzusehen, nicht gegeben ist muss diese als Sekundärzitat kenntlich gemacht werden, z. B. in Form von Müller (2000) zitiert nach Meier (2021) (= Primärquelle zitiert nach Sekundärquelle).

Bildplagiat

Bei Bildplagiaten werden zum Beispiel Grafiken, Tabellen oder Diagramme übernommen, ohne auf die Urheberschaft zu verweisen. Auch wenn Abbildungen angepasst, überarbeitet Diese Ausführungen sind aus dem Selbstlernmodul 'Plagiatsformen' übernommen worden (Schlüter-Köchling, Şimşek et al., 2023) oder verändert werden, müssen Sie dies den Leser:innen entsprechend deutlich machen (Fröhlich, 2006, S. 82; Hagenström, 2022, S. 106).

Code-Plagiat

Ein Code-Plagiat ist die ungekennzeichnete Übernahme von Programmcodes (Mauerer et al., 2006, S. 1052). Beim Programmieren gelten die gleichen Regeln wie beim Schreiben von Texten: Es müssen die Codes angegeben werden, welche genutzt wurden. Da unter Programmier:innen häufig eine Kultur des Teilens herrscht, ist dieses wissenschaftliche Fehlverhalten vielen Informatik-Studierenden nicht bewusst (Bidgood & Merrill, 2017).

Copy-and-Paste-Plagiat

Bei einem Copy-and-Paste-Plagiat werden Sätze, Passagen oder ganzen Absätzen kopiert und ohne Quellenangabe in die eigene Arbeit eingefügt (Hagenström, 2022, S. 102). Da fremde Formulierungen innerhalb eines selbstverfassten Textes beim Lesen unnatürlich wirken, fällt diese Plagiatsform geübten Prüfer:innen durch auffällige Stilbrüche im Text auf. Auch von Plagiatserkennungssoftware werden eins-zu-eins-kopierte Textpassagen zuverlässig entdeckt.

Ideenplagiat

Ein Ideenplagiat liegt vor, wenn fremde Ideen ungekennzeichnet in einen eigenen Text übernommen werden und so der Anschein geweckt wird, es handele sich um selbst entwickelte Gedanken (Fröhlich, 2006, S. 82).

Paraphrasenplagiat

In der Regel werden fremde Quellen durch sogenanntes Paraphrasieren verarbeitet. Paraphrasieren bedeutet, dass die wesentlichen Informationen zusammengefasst und in eigenen Worten sachlogisch in die eigene Textstruktur eingefügt werden. Die Herkunft der paraphrasierten Informationen muss als Quelle angegeben werden. Werden Texte umformuliert, ohne die Quelle anzugeben, spricht man von einem Paraphrasenplagiat. Die ursprüngliche Quelle wird also verschleiert, sodass für die Plagiatsform auch der Begriff 'Verschleiertes Plagiat' verwendet wird (Hagenström, 2022, S. 103). Dieses Plagiat kann auch schnell unabsichtlich entstehen, z. B. dann, wenn beim Lesen und Exzerpieren nicht sorgfältig gearbeitet wird.

Scheinparaphrase

Bei der Scheinparaphrase wird der Eindruck vermittelt, dass eine Quelle scheinbar paraphrasiert, also mit eigenen Worten wiedergegeben wird. Es wird im Text also indirekt zitiert. Tatsächlich wird die Originalquelle aber direkt (also wortwörtlich) übernommen (Krämmer & Franzky, 2016, S. 10).

Selbstplagiat

Als Selbstplagiat (auch: Autoplagiat, Eigenplagiat, Textrecycling) wird die ungekennzeichnete Wiederverwendung eigener Arbeiten oder Textauszüge bezeichnet. In diesem Fall wird zwar nicht ein Werk von einer dritten Person plagiiert, sondern 'nur' aus eigenen Texten abgeschrieben. Allerdings entsteht der Eindruck, dass es sich um eine neue Veröffentlichung mit neuen Erkenntnissen handelt. Die Wiederverwendung eigener Texte stellt zwar keine Urheberrechtsverletzung dar, dennoch sollte zur besseren Nachvollziehbarkeit kenntlich gemacht werden, an welcher Stelle ein Gedanke erstmalig formuliert wurde.

Strukturplagiat

Bei einem Strukturplagiat wird dem Namen entsprechend die Struktur aus einer fremden Arbeit übernommen (zum Beispiel der Aufbau eines Textes, eines Kapitels, eines Arguments oder eines Gedankengangs) ohne dies zu kennzeichnen (Hagenström, 2022, S. 104; Weber- Wulff & Wohnsdorf, 2006, S. 91).

Totalplagiat

Wie der Name es vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine Plagiatsform, bei der ein fremder Text vollständig und unverändert übernommen wird und als eigener Text ausgeben wird (Fröhlich, 2006, S. 81). Häufig spricht man in diesem Fall auch von einem "Komplettplagiat" oder "Vollplagiat".

Übersetzungsplagiat

Beim Übersetzungsplagiat werden Texte aus einer anderen Sprache übersetzt und in die eigene Arbeit übernommen, ohne deren Herkunft zu kennzeichnen. Vielen ist nicht bewusst, dass die wörtliche Übersetzung einer fremdsprachigen Quelle direkt zitiert werden muss (z. B. mit dem Vermerk übersetzt durch Verfasser:in). Findet eine paraphrasierte Übersetzung statt, muss dies mit einem indirekten Zitat kenntlich gemacht werden (Fröhlich, 2006, S. 81; Hagenström, 2022, S. 103).

Sonderform Ghostwriting

Eine besondere Stellung nimmt das sogenannte Ghostwriting ein. Beim Ghostwriting werden andere Personen mit der Erstellung einer Arbeit beauftragt, um diese unter eigenem Namen zu veröffentlichen. Die Ghostwriter verzichten dabei auf die Nutzungsrechte, die ihnen grundsätzlich als Verfasser:innen der Texte zustehen, indem sie diese Rechte vertraglich auf der:die Auftraggeber:innen übertragen. Diese Praxis ist aus urheberrechtlicher Sicht zwar legal, ist aber im wissenschaftlichen Kontext hingegen unzulässig, da die ursprüngliche Autorenschaft nicht angeben wird (Fröhlich, 2006, S. 83-84; Hagenström, 2022, S. 107).

Neben diesem wissenschaftlichen Fehlverhalten spielt auch das Prüfungsrecht beim Ghostwriting eine entscheidende Rolle. Prüfungsleistungen von Studierenden, insbesondere Plagiate im wissenschaftlichen Kontext Hausarbeiten und Abschlussarbeiten, müssen eine eigene geistige Leistung darstellen.

Häufig muss mit dem wissenschaftlichen Text eine eidesstattliche Erklärung oder eine Eigenständigkeitserklärung abgegeben werden. In dieser wird versichert, dass die Arbeit selbstständig verfasst wurde. Die Abgabe einer Arbeit, die von einem Ghostwriter verfasst wurde, wird somit als Täuschung bewertet.

Kollusion

Bei einer Kollusion wird eine identische oder leicht veränderte Gruppenarbeit als Einzelarbeit ausgegeben, sodass die eigentlichen Verfasser:innen nicht angeben werden. Dies geschieht zum Beispiel dann, wenn sich zwei oder mehrere Studierende absprechen und eine gemeinsam verfasste Arbeit als Einzelleistung bei den Prüfenden einreichen (Weber-Wulff et al., 2012).

Quelle: „Keine Angst vor Plagiaten! Eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ von Ute Schlüter-Köchling, Erhan Şimşek, Sven Bordach, Lara Dagli-Yalcinkaya, Nina Deleiter, Maik Poetzsch, Jane Schaller. Dieses Werk und dessen Inhalte sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY-SA 4.0.

Weitere Info:Keine Angst vor Plagiaten: Eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten